Pizzeria für Tansania
Pizzaverkauf hilft Menschen in Tansania
Von Anna-Lena Wehbrink
Oppenwehe (WB). Wenn Andrea Schäffer über ihre Besuche in Tansania berichtet, gerät die Presbyterin aus Oppenwehe ins Schwärmen. Besonders die freundlichen Einheimischen haben es ihr angetan: »In Tansania herrscht eine ganz andere Mentalität als in Deutschland. Trotz der starken Armut sind die Menschen sehr gastfreundlich und hätten für uns sofort ihr letztes Huhn geschlachtet.« Bereits zweimal ist Schäffer schon nach Afrika gereist und hat sich das Leben in Tansania angeschaut.
Schon die Alltagsbewältigung sei ein wahrer Kraftakt für die Menschen, da es weder Strom noch fließendes Wasser gebe. Oft müssten weite Wege zu den Wasserquellen zurück gelegt werden, erzählt Andrea Schäffer sichtlich beeindruckt. »Meistens wird diese Aufgabe von Frauen und Kindern erledigt. Die Männer kümmern sich vorwiegend um die Landwirtschaft.«
Ganz anders verlaufe auch die Freizeitgestaltung in dem afrikanischen Land. »Aufgrund des fehlenden Stroms gibt es keine Medien, wie zum Beispiel Fernseher oder Computer«, erklärt die Presbyterin. »Der Lebensinhalt der Einheimischen ist die Großfamilie.« Wöchentlicher Höhepunkt für die Tansaner sei der Gottesdienst am Sonntag, der entsprechend zelebriert werde. »Der Gottesdienst bietet den Einheimischen außerdem die Möglichkeit, sich mit anderen Menschen auszutauschen. Das ist in Tansania nicht selbstverständlich, da man dort nicht über Telefone oder ähnliche Kommunikationsmöglichkeiten verfügt.« Dennoch seien die Afrikaner - trotz Armut - tendenziell zufriedener und fröhlicher als die Deutschen, urteilt Schäffer.
Wer dieses Hintergrundwissen hat, kann verstehen, weshalb der Kirchenkreis Lübbecke seit bereits 18 Jahren alljährlich im November einen Pizzaverkauf in Oppenwehe und anderen Gemeinden zugunsten seines Partnerschaftskirchenkreises in Tansania veranstaltet. Am vergangenen Wochenende wurden wieder viele Pizzen und Salate verkauft. Die Erlöse fließen in Schulgelder für weiterführende Schulen. »Eine gute Bildung hat in Tansania die höchste Priorität, da die Kinder dadurch bessere Berufschancen bekommen«, sagt Schäffer. »Die Tansaner möchten eines Tages auf ihren eigenen Beinen stehen. Wir geben eine kleine Starthilfe zur Selbstständigkeit.«
Dass diese Art von Wohltätigkeit nicht nur gut schmeckt, sondern auch Spaß macht, kann Mailin Bosse bestätigen. Die 13-Jährige ist eine von den Katechumenen und Konfirmanden der Ortschaft Oppenwehe, die beim Pizzaverkauf mitgeholfen haben. »Die Aktion macht Spaß, weil wir im Team arbeiten und eine gute Sache unterstützen«, erzählt sie.
Neben dem direkten Verzehr im Gemeindehaus Oppenwehe konnten die Pizzen auch von dort abgeholt werden. Das Pizza-Backen übernahm ein ehrenamtliches Team von Frauen aus der Kirchengemeinde.
Andrea Schäffer freute sich über die große Nachfrage: »Unser Angebot wird sehr gut angenommen. Dieser Termin ist über die Jahre zu einer festen Größe in Stemwede geworden.«
Die Oppenweherin sieht den guten Absatz auch als Beweis für die Solidarität mit den Menschen in Afrika und betonte: »Wir haben bei unseren Besuchen in Tansania vorwiegend afrikanische Christen getroffen. Der Glaube an Gott vereint uns alle, und zwar unabhängig von Geschlecht, Sprache oder Hautfarbe.«
WB Artikel vom 20.11.2012